Seit Sommer 2020 ist das W/BZ unter „neuer Leitung“ unterwegs….

Nach fast zwei Jahrzehnten in leitenden Positionen der beruflichen Aus- und Weiterbildung bei der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, übernahm Martina Furtwängler im Sommer 2020 die Geschäftsführung des W/BZ.

Im Zeitungsartikel des Schwarzwälder Boten werden das „neue“ W/BZ und Geschäftsführerin Martina Furtwängler näher vorgestellt.
Viel Spaß beim Lesen – und uns allen weiterhin viel Erfolg beim „Weiterbilden“
Neue Geschäftsführerin, neue Felder bei der Aus- und Weiterbildung sowie große Investitionen:
Das Winkler Bildungszentrum in VS möchte sich neu aufstellen und für die Zukunft wappnen.

Schwarzwald-Baar-Kreis. Als eine der großen Bildungseinrichtungen der Region möchte das Winkler Bildungszentrum (WBZ) die Weichen für die Zukunft setzen. Als neue Geschäftsführerin ist seit August vergangenen Jahres Martina Furtwängler mit im Boot.

Die 60-Jährige war zuvor jahrelang in verantwortlicher Position bei der Industrie- und Handelskammer im Bereich der Ausbildung. Nun möchte sie ihre Erfahrungen nutzen, um die Einrichtung, die ihren Ursprung in der Ausbildungswerkstatt der Winkler Bäckereitechnik hat, neu aufzustellen. Im ersten halben Jahr konnte Furtwängler bereits erste Akzente setzen und brauchte erstmals ein Bildungsprogramm für dieses Jahr heraus.

Das Bildungszentrum

„Die Fachkompetenz liegt im gewerblich-technischen Bereich“, macht die Geschäftsführerin deutlich. Nachgefragt seien hierbei unter anderem Umschulungen, die jedes Jahr von rund 150 Personen besucht werden und nun ebenfalls im März starten.

Man sieht sich jedoch ebenfalls, wie Furtwängler betont, „als Bildungsdienstleister für die regionale Wirtschaft“. Eine der Säulen sei deshalb der Ausbildungsverbund mit mehr als 150 Betrieben. Hierbei werden Ausbildungsabschnitte, die im eigenen Betrieb nicht angeboten werden, im WBZ absolviert.

Im Akademie-Bereich gibt es darüber hinaus Weiterbildungen, die Höhere Berufsbildung – etwa zum Industrietechniker­ – oder die Ausbildereignungsprüfung. „Bei uns finden ebenso Schülerprojekte zur Berufsorientierung statt, die derzeit aber aussetzen müssen“, erklärt die Geschäftsführerin. Insgesamt werden derzeit rund 40 Kurse und Ausbildungen angeboten.

Neue Angebote

Wohin soll die Reise zukünftig gehen? „Wir möchten das Angebot erweitern und uns dabei am Markt orientieren“, gibt Furtwängler die Richtung vor. Konkret heißt das, dass beispielsweise der Elektrobereich aber auch die Höhere Berufsbildung ausgebaut werden sollen. Letztere bietet gleichwertige Abschlüsse wie beim Bachelor oder sogar Master. Perspektivisch sei auch der Wirtschaftsfachwirt als Weiterbildungsangebot geplant. Im gewerblich-technischen Bereich sei auch die Pneumatik ein Thema.

Ziel, so betont Furtwängler, sei es, dass neben der praktischen Ausbildung zukünftig ebenso die Fachtheorie verstärkt im WBZ stattfindet. So sollen Synergieeffekte geschaffen werden. „Wir planen deshalb, die Fachtheorie bei uns auszubauen.“

Und selbstverständlich würden auch die digitalen Angebote ausgebaut. Ein Bestandteil sei die Online-Akademie Viona, bei der 150 Kurse verschiedenster Kategorien – von Grafikdesign und Mediengestaltung über Medizin, Pflege und Gesundheit bis zu Wirtschaft, Steuern und Recht – abgedeckt werden können. „Normalerweise sitzen die Teilnehmer dafür im WBZ, aufgrund von Corona erhalten sie die Ausstattung, um die Kurse von daheim zu absolvieren.“

Arbeitsmarkt-Integration

Unter dem sperrigen Überbegriff „Aktivierung der Leistungspotenziale und Verbesserung der Integrationschancen von Menschen zur Teilhabe am Arbeitsmarkt“, der mit „ALIMenTe“ abgekürzt wird, leistet das WBZ auch einen Beitrag, um die Lebenssituation und die gesellschaftliche Teilhabe von ausgrenzungsbedrohten Familie zu verbessern. Im Fokus stehen dabei Eltern, die arbeitslos sind oder so wenig verdienen, dass sie von Ausgrenzung und Armut bedroht sind. Über verschiedenste Projekte, Maßnahmen und Hilfestellungen soll die Integration in den Arbeitsmarkt erreicht werden. Dies findet in Kooperation mit dem Jobcenter statt.

Große Investitionen

Dass beim WBZ Aufbruchsstimmung herrscht, wird auch in den Räumen deutlich. Derzeit finden teilweise Umbauten statt, um Neustrukturierungen zu ermöglichen. „Corona hilft uns da sogar – weil wir momentan mehr Platz zum Arbeiten haben“, so die Geschäftsführerin. Angeschafft wurden jüngst darüber hinaus sechs Dreh- und eine Fräsmaschine, aber auch neueste EDV, um beispielsweise die Kurse für das technische Produktdesign zu ermöglichen. Alles in allem soll so gewährleistet sein, dass – besonders nach der Corona-Krise – die regionale Industrie auf gut ausgebildete Fachkräfte zurückgreifen kann.